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20.10.2004 Von: Zanel Fruchtmann
 

Eine Begegnung mit rumänischen Journalisten



„Die Rolle der Medien im EU –Erweiterungsprozess“ war das Thema eines Seminars der „Sommerakademie“ Deutsche Welle – Radio Romania, Bukarest, das in Bonn stattgefunden hat. Die VEJ - Deutsche Gruppe wurde, zusammen mit anderen bekannten deutschen Journalisten als ‚Trainer’ für die 25 rumänischen Rundfunkjournalisten eingeladen. Die Einladung wurde von CIC - Center for International Cooperation – als Mitorganisator der Sommerakademie, an den Präsidenten der Deutschen Gruppe, Rotger Kindermann, ausgesprochen. Sie wurde gern angenommen, um so mehr, da die jungen Rundfunkjournalisten aus Rumänien nach Bonn und Brüssel angereist waren, um dort Institutionen der Europäischen Union und die Berichterstattung der DEUTSCHEN WELLE, sowie der deutschen Medien im allgemeinen, kennenzulernen.


Gemeinsam mit Rotger Kindermann habe ich eine sehr interessierte Gruppe von rumänischen Kollegen betreut, die eine Vielzahl von Fragen gestellt haben. Wir verbrachten einige Stunden im gewinnbringenden Gedankenaustausch über den „aqui communautaire“, sowie über die Möglichkeiten für die Umsetzung unzähliger EU-Verordnungen in rumänisches Recht. Darüber hinaus wurde über die Rolle der Presse und deren unterschiedliche Art zu publizieren diskutiert. Leider berichtet man in Rumänien - genau wie in Deutschland und allen anderen „alten“ Mitgliedsländern zu wenig über die Aktivitäten der Europäischen Union, obwohl sie einen immer größeren Einfluss auf den Alltag der Menschen hat. Beeindruckend im mehrstündigem Gespräch war folgende, von Teilnehmern wiederholt gestellte Frage: „Was können wir in Rumänien beitragen, um unser Land schneller integrationsfähig für die EU zu machen? Die deutsche Unterstützung, insbesondere im wirtschaftlichen Sektor, wird in der rumänischen Öffentlichkeit sehr gewürdigt. Dennoch war es schwer für die ‚Trainer’ zu erklären, warum über Rumänien in der deutschen Presse so wenig berichtet wird und warum die Berichterstattung über bestimmte hässliche Aspekte des Lebens oft einen höheren Stellenwert hat.
Besonders interessiert zeigten sich die Teilnehmer an der Fachpresse in Deutschland, insbesondere an den verschiedenen Zeitschriften und Wochenzeitungen für den Mittelstand und das Handwerk. Gleichzeitig war man neugierig, etwas über die Arbeit eines Auslandkorrespondenten in Deutschland und der EU zu erfahren, was vermuten ließ, dass einige Teilnehmer von einem solchen Job träumen oder ihn schon konkreter ins Auge fassen.


Die Begegnung bei der deutsch – rumänischen Journalisten Akademie hat gezeigt, dass die rumänische Presse mit großem Interesse und Wissbegierde den Prozess der Integrationsarbeit Rumäniens in die EU für das Jahr 2007 begleitet.
Für uns als ‚Trainer’ war diese Begegnung, wie erwartet, eine gelungene Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.