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13.11.2006 Von: Dr. Hendrik Schott
 

Problematische Lage der Sinti und Roma in Europa


Aus Zeitmangel nur kurz konnten die AEJ-Journalisten  in der Europäischen Akademie Bozen/Bolzano die letzten Minuten einer internationalen Tagung zum Thema „Minderheiten: Gesetz und Rechte“ verfolgen.

Unter anderem wurde dort auch auf die Lage der Sinti und Roma in Europa eingegangen. Ein Referent vom „Kulturverein Österreichischer Roma“, Dr. Romedi Arquin, Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) vermittelte einen Überblick über die Situation dieser Bevölkerungsgruppe in der EU.

In Österreich sind die Roma inzwischen als 6. nationale Minderheit anerkannt. Es gibt ungefähr 8 Millionen Sinti und Roma in Europa. Im Norden leben mehrheitlich die Sinti, im Süden die Roma. 70% der Sinti und Roma leben in Mittel- und Osteuropa. Viele Angehörige dieser Minderheit sind von Sozialhilfe abhängig. Es gibt eine sehr hohe Geburtenrate (3-5 Kinder), aber die Schulbildung ist in den meisten Fällen sehr schlecht. In Bulgarien besuchen ungefähr ein Drittel der Roma die Sonderschule. Die Situation in Ungarn und Tschechien ist mit der Lage in Bulgarien vergleichbar. Die Arbeitslosigkeit beträgt durchschnittlich 40% und viele Roma leiden unter Mangelernährung und Krankheiten, die bei der Mehrheitsbevölkerung kaum vorkommen. Zudem gibt es eine hohe Kindersterblichkeit. Diese beträgt in Bulgarien 24%.

In Ungarn gab es ein Staatssekretariat für Roma-Fragen, aber im Allgemeinen ist die rechtliche Lage der Roma und Sinti als eher problematisch einzustufen.

Die FUEV kommt zu der Schlussfolgerung, dass Sprache häufig Macht bedeutet. Sprachen des Nationalstaates seien oftmals Sprachen der Herrschaft. Aus diesem Grund betont die FUEV, dass Sprache nicht als Machtinstrument missbraucht werden darf.

                                                                      Foto: Jürgen Conrad