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14.06.2007 Von: Jürgen Conrad
 

Die EU – Chance und Herausforderung für NRW

Gespräch von VEJ-Vorstandsmitgliedern mit Michael Breuer, NRW Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten


Der Blick aus dem Konferenzsaal in der Düsseldorfer Staatskanzlei auf die blühende Landeshauptstadt am Rhein ist wie ein lebendiger Beweis für die vielen positiven Zahlen und Fakten, die Michael Breuer den Journalisten der VEJ (am 4.Juni 2007) erläutert. NRW ist nicht nur die wirtschaftsstärkste und mit 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Region Europas. Es ist auch der größte Ballungsraum der EU und als solcher ein „unglaublicher Profiteur“ des europäischen Binnenmarktes. Mit seiner ausgeprägten Aussenhandelsorientierung ist der Aussenwirtschaftsbeitrag des Landes größer als der mancher Mitgliedsstaaten, wobei der europäische Binnenmarkt mit 60 Prozent der wichtigste Absatzmarkt ist.

Die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens ist also eng mit der EU verflochten. Dazu gehört auch, daß NRW zu den Vorreitern einer grenzüberschreitetenden Zusammenarbeit mit seinen Nachbarregionen gehört. Daß das Land heute zu den leistungsstärksten Regionen im europäischen Binnenmarkt gehört, hat es auch seinem tiefgreifenden Strukturwandel zu verdanken. Ohne große Brüche vollzog sich der Übergang vom einstmals „montangeprägten“ Land zur modernen Industrie- und Dienstleitungsgesellschaft. Allerdings spielt die Kohle noch immer eine große Rolle. Denn 40 Prozent der Energie für Deutschland wird in NRW produziert, davon die Hälfte aus Braunkohle. Und „wenn sich Europa entscheidet aus Gründen des Klimaschutzes keine Braunkohle mehr zu verstromen, dann hat NRW ein wirtschaftliches Problem“, befürchtet der leitende Europapolitiker des Landes, Michael Breuer. (E-Mail seines Pressesprechers Matthias Kopp: matthias.kopp@stk.nrw.de)

Die wirtschaftlich zentrale Lage, die Nähe zu den großen Überseehäfen Rotterdam, Hamburg und Bremen und zum europäischen Machtzentrum Brüssel macht das Land für ausländische Investoren „ausserordentlich“ interessant. Es ist nicht nur die traditionell große japanische Community in Düsseldorf, die dem Land seinen internationalen Anstrich gibt. Auch die Wirtschaft anderer asiatischer Länder und die der USA zeigen großes Interesse an Niederlassungen und Produktionsbetrieben in NRW.

Kein Wunder, daß bei soviel geballter Wirtschaftskraft NRW auch in Brüssel angemessen vertreten ist, um dort im Vorfeld europäischer Regularien seinen Einfluß geltend zu machen. Die Vertretung hält engen Kontakt zu den europäischen Institutionen und „speist nordrhein-westfälische Aspekte und Interessen in die europäischen Diskussionsprozesse ein“.