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28.09.2007 Von: Zanel Fruchtmann
 

45. EJ-Kongress in Bukarest, 13. bis 15. September 2007

Eindrücke aus einem neuen EU-Beitrittsland


In einem Interview für die DEUTSCHE WELLE, hat Zanel Fruchtmann, Mitglied des Exekutiv-Komitees der European Journalists Association, den Verlauf des 45. Kongresses unseres Vereins dargestellt


Textzusammenfassung:
Die Wahl der Hauptstadt Rumäniens für unseren Kongress hat sich als Glücksfall erwiesen. Erstens, haben die Teilnehmer eine gute Gelegenheit gehabt, Einblicke auf die dynamische Entwicklung in einem der „Neulinge“ in der Europäischen Union und auf die schwierige Lage eines großen Teils der Bevölkerung als Folge der langjährigen Diktatur zu gewinnen. Zweitens,  die Themen unseres Kongresses  - „Unbekanntes Europa? Möglichkeiten und Risiken“ haben  ein breites Interesse in den Medien des Gastlandes gefunden. 30 rumänische Journalistinnen und Journalisten und drei Kamerateams kamen in das Tagungshotel Hilton.

Viele Vertreter der Printmedien, des Rundfunks und des Fernsehens haben die Berichte und die lebhaften Diskussionen verfolgt und ausführlich darüber berichtet. Über die Zukunft der Medien  hat der Präsident des rumänische Presseclubs C.T.Popescu eine viel beachtete Rede gehalten.

Drittens, einen Blick über den Medienhorizont hinaus erlaubte die Kooperation mit der gleichzeitig stattfindenden Konferenz der „European Resource Bank“ , die „think tanks“ von über 50 Länder versammelte. Obwohl unser Kongress als unabhängige Veranstaltung durchgeführt wurde, hatten die Journalisten Gelegenheit,  Analysen der Wissenschaftler über die wirtschaftliche Entwicklung in verschiedenen Ländern zu verfolgen.

Der Unterschied zwischen den zwei Tagungsprogrammen war spürbar : die Journalisten haben auch die soziale Aspekte und die investigativen Möglichkeiten erörtert, während die Teilnehmer des anderen „Meetings“ ihre Arbeit auf die wirtschaftliche Entwicklung fokusierten. Als berufliches Treffen hat unser Kongress über die Pressefreiheit und über das Schicksal der Journalisten in Ländern, die die freie Meinung unterdrücken, und über die Konzentration der Medien, bzw. Eingriffe großer Konzerne  in das Mediengeschäft debattiert.  Auch die Probleme der Minderheiten und ihre Darstellungsmöglichkeiten in den Medien wurden lebhaft diskutiert.
Im letzten Teil des Interviews wurde nach den Eindrücken ausländischer Journalisten über die aktuelle politische Entwicklung  in Rumänien gefragt .Der freimütige und zum Teil aggressive Ton im politischen Alltag wurde von den Gästen als ein Zeichen lebhafter Demokratie in diesem Land bewertet. Andererseits hatten viele Teilnehmer während ihres Aufenthaltes zahlreiche Erlebnisse, die zeigten, dass Rumänien noch ein gutes Stück von europäischen Standards entfernt ist.