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10.05.2010 Von: Rotger Kindermann
 

VEJ: Gegenwärtige Finanzkrise auch eine Chance für die Europäische Union

Vereinigung Europäischer Journalisten (VEJ) zur Finanz- und Wirtschaftskrise der EU


Anlässlich der bevorstehenden Europawoche mahnt die Vereinigung Europäischer Journalisten (VEJ) zur Ausgewogenheit und Versachlichung der Berichterstattung über die gegenwärtige Finanzkrise. In allen Medien wird über die „griechische Krankheit“ und die drohende Krise in Portugal, Italien und Spanien berichtet. Mit Sorge betrachtet die VEJ dabei die gegenseitigen Schuldzuweisungen und die von einigen Medien geförderte anti-europäische Stimmungsmache sowie die ausschließliche Betonung nationaler Interessen.

Es steht fest, dass die EU sich in der schwersten Krise befindet, die das vereinte Europa je erlebt hat. Vor diesem Hintergrund dürfe man jedoch noch nicht die enormen Vorzüge und Fortschritte des vereinten Europas vergessen. Übersehen werde oft, dass die gemeinsame Währung - trotz der aktuellen Turbulenzen - die EU in der Wirtschaftskrise stabilisiert habe, so Rotger Kindermann, Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten.

Die gegenwärtige Krise muss als Chance für eine Reform der Finanz- und Wirtschaftstrukturen sowie eine kohärente Wirtschaftspolitik wahrgenommen werden. Die Berichterstattung sollte dabei die Forderungen nach mehr Finanzdisziplin und europäischer Solidarität unterstützen. Journalisten dürften nicht verschweigen, dass die Verantwortung für die gegenwärtige Krise nicht nur in Brüssel, sondern insbesondere in den Hauptstädten der EU-Mitgliedstaaten liegt. Die strikte Einhaltung der Maastrichter Kriterien sei unverzichtbar. Gerade in der Krise brauche man mehr europäische Zusammenarbeit. „Die Medien sollten daher die Forderungen nach Entwicklung einer gemeinsamen Krisen- und Wirtschaftsstrategie der EU unterstützen“, so Kindermann. Man dürfe nicht nur von den Vorteilen Europas profitieren, sondern man müsse auch in dieses Europa politisch investieren. Kindermann fordert eine Europa-Berichterstattung, die den journalistischen Grundsätzen der Wahrheit, der Vollständigkeit und der politischen Distanz entspricht. Mangelnde finanzpolitische Disziplin innerhalb der EU sollte nicht den Blick auf  die Erfolgsgeschichte der EU-Erweiterung und der gemeinsamen Währung verstellen. Kindermann: „Gerade in der Krise sollte die Berichterstattung in den Medien ein neues und gestärktes Europabewusstsein und mehr Stolz auf die bisherigen Erfolge und Vorzüge vermitteln!“